
27. August 2026
Hitzebedingte Erkrankungen: Medizinische Fachgesellschaften fordern besseren Hitzeschutz
Deutschland muss sich besser auf die gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitzeperioden vorbereiten. Die Deutsche Gesellschaft für internistische Intensiv- und Notfallmedizin (DGIIN) und die Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) legen hierzu ein gemeinsames Konsensuspapier vor. Es enthält konkrete Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Behandlung hitzebedingter Erkrankungen – von der Hitzeerschöpfung bis zum lebensbedrohlichen Hitzschlag.
Besonders gefährdet sind ältere, chronisch kranke, pflegebedürftige und sozial isolierte Menschen. Hitze kann bestehende Herz-, Lungen- und Nierenerkrankungen verschlechtern und unter anderem zu Dehydratation, Kreislaufversagen oder schweren Organfunktionsstörungen führen.
Ein Hitzschlag ist ein zeitkritischer medizinischer Notfall. Bei Körperkerntemperaturen ab 40 °C und neurologischen Auffälligkeiten müssen Diagnostik, Stabilisierung und aktive Kühlung unverzüglich und gleichzeitig erfolgen. Ziel ist es, die Körperkerntemperatur innerhalb von 30 Minuten auf unter 39 °C zu senken.
Die Fachgesellschaften fordern verbindliche Behandlungspfade für Rettungsdienst und Krankenhäuser, geeignete Kühlmöglichkeiten, geschulte Teams sowie eine frühzeitige und zuverlässige Temperaturmessung. Darüber hinaus seien belastbare Hitzeschutzpläne und wirksame bauliche sowie technische Maßnahmen nötig, damit Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere kritische Infrastruktur besser vor Überhitzung geschützt sind.
„Hitzschlag ist keine harmlose Kreislaufreaktion, sondern ein zeitkritischer medizinischer Notfall“, betont Prof. Dr. Pia Lebiedz, Erstautorin des Konsensuspapiers und Präsidentin-elect der DGIIN.
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