11. Dezember 2025
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29. Juni 2026
Präsentation der besten Abstracts: Drei herausragende Arbeiten ausgezeichnet
Im Rahmen der 57. Gemeinsamen Jahrestagung der DGIIN und ÖGIAIN in Berlin wurden die besten wissenschaftlichen Abstracts des Kongresses präsentiert. Aus einer Vielzahl hochwertiger Einreichungen hatten es sechs Arbeiten in die Endrunde geschafft.
Nach der Präsentation vor der Jury und Kongressteilnehmenden wurden drei Abstracts aufgrund ihrer wissenschaftlichen Qualität, ihrer klinischen Relevanz und ihres Innovationspotenzials gleichrangig mit dem von Shionogi gestifteten Posterpreis ausgezeichnet.
Zu den ausgezeichneten Arbeiten zählt die Studie von M. Bünte und Mitarbeitenden aus dem St. Franziskus Krankenhaus, Münster, zum Theorie-Praxis-Transfer bei der Umsetzung standardisierter Pneumonieprophylaxemaßnahmen auf der Intensivstation.
Die Untersuchung zeigt, dass ein pflegewissenschaftlich geleitetes Interventionskonzept mit gezielten Schulungen und simulationsbasiertem Training die Adhärenz zu evidenzbasierten Präventionsmaßnahmen deutlich verbessern kann. Die Arbeit unterstreicht eindrucksvoll die Bedeutung von Advanced Practice Nurses für eine nachhaltige Implementierung wissenschaftlicher Erkenntnisse in den klinischen Alltag.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Arbeitsgruppe um A. Wolfschmidt aus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und
Umweltmedizin, die in einem Humanhaut-ex-vivo-Modell unterschiedliche Dekontaminationsstrategien nach Flusssäure-Exposition untersuchte. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die Erstversorgung nach Flusssäureunfällen: Entscheidend ist vor allem der frühestmögliche Beginn der Dekontamination – wichtiger als die Wahl eines bestimmten Dekontaminationsmittels. Die Arbeit hat unmittelbare Relevanz für die Erstversorgung in der Notfallmedizin sowie den Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Die dritte ausgezeichnete Arbeit stammt von P. Haselwanter und Mitarbeitenden. In einer großen Real-World-Kohorte von Intensivpatientinnen und -patienten mit Acute-on-Chronic Liver Failure (ACLF) analysierte die Arbeitsgruppe aus der Medizinische Universität Wien, Universitätsklinik für Innere III, Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, die dynamischen Krankheitsverläufe während des Intensivaufenthalts. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Prognose innerhalb der ersten 24 bis 72 Stunden wesentlich verändern kann und unterstreichen die Bedeutung einer kontinuierlichen Reevaluation für individuelle Therapieentscheidungen.
Neben den prämierten Beiträgen überzeugten auch die weiteren Finalarbeiten durch ihre hohe wissenschaftliche Qualität. L. Binzenhöfer und Mitarbeitende (Universitätsklinikum Bonn, Kardiologie) präsentierten Ergebnisse der internationalen MIAMI-Studie zu mechanischen Komplikationen des akuten Myokardinfarkts und lieferten wichtige Erkenntnisse zur Risikostratifizierung dieser seltenen, aber hochletal verlaufenden Krankheitsbilder. J.-H. Naendrup und Mitarbeitende (Med. Klinik I, Universität zu Köln) zeigten mithilfe moderner Time-Series-Clustering-Methoden unterschiedliche Verläufe der Zytomegalievirus-Virämie bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten auf und eröffneten damit neue Perspektiven für eine individualisierte Diagnostik und Therapie. A.-L. Biermann und Mitarbeitende (Universitätsklinikum Leipzig, Interdisziplinäre Internistische Intensivmedizin) analysierten Komplikationen endotrachealer Intubationen auf einer internistischen Intensivstation und verdeutlichten den hohen Bedarf an standardisierten Strategien zur Verbesserung der Patientensicherheit im periinterventionellen Management.
Die DGIIN gratuliert allen ausgezeichneten Autorinnen und Autoren sowie den Finalistinnen und Finalisten herzlich. Die präsentierten Arbeiten spiegeln eindrucksvoll die wissenschaftliche Vielfalt der internistischen Intensiv- und Notfallmedizin wider und zeigen, wie innovative Forschung dazu beiträgt, die Versorgung kritisch kranker Patientinnen und Patienten kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Ein herzlicher Dank gilt zudem der Shionogi GmbH, die den Posterpreis in diesem Jahr unterstützt und damit die Förderung wissenschaftlicher Exzellenz in der internistischen Intensiv- und Notfallmedizin ermöglicht hat.